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Spielefirmen ohne Lizenz: Wer hinter den Casinos steckt
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Rechtsangaben mit Quellen, geprüft am 9. Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall. Zu den Quellen
Inhalt
- Was bedeutet „Spielefirma ohne Lizenz“ eigentlich?
- Wer steckt hinter einem Online-Casino?
- Wie finde ich die Firma hinter einem Casino heraus?
- Welche Lizenz hat die Firma und was ist sie in Deutschland wert?
- Was sind Betreibergruppen und White-Label-Plattformen?
- Machen sich die Firmen strafbar und was gilt für Spieler?
- Wie geht die GGL gegen Firmen ohne Erlaubnis vor?
- Spielefirmen nach Spielform: Was ist überhaupt erlaubnisfähig?
- Was das für dich praktisch heißt
- Rechtlicher Hinweis
- Hilfe, wenn das Spielen kippt
- Häufige Fragen zu Spielefirmen ohne Lizenz
Mit „Spielefirmen ohne Lizenz“ sind Glücksspielunternehmen gemeint, die keine deutsche Erlaubnis besitzen und deshalb nicht auf der amtlichen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Viele davon sind im Ausland lizenziert, etwa von der Malta Gaming Authority, dürfen in Deutschland aber trotzdem nicht anbieten. Welche Firma hinter einem Casino steht, erkennst du an Firmenname, Registernummer und Lizenznummer in den AGB, und genau das zeigen wir dir hier Schritt für Schritt.
Kurz erklärt
- Erlaubt ist in Deutschland nur, wer auf der GGL-Whitelist steht: laut GGL-Meldung vom 22. September 2026 sind das 129 Veranstalter und Vermittler mit 229 Websites.
- Eine EU-Lizenz aus Malta ersetzt die deutsche Erlaubnis nicht (EuGH, C-440/23, 16. April 2026).
- Für Betreiber gilt § 284 StGB (bis zu zwei Jahre, gewerbsmäßig bis zu fünf Jahre), für Spieler § 285 StGB (bis zu sechs Monate oder 180 Tagessätze).
- Die Firma hinter der Marke prüfst du in drei Registern: Lizenzregister, Handelsregister, GGL-Whitelist.
Was bedeutet „Spielefirma ohne Lizenz“ eigentlich?
Der Begriff ist ungenau, und genau daran scheitern viele Ratgeber. Eine „Spielefirma“ kann dreierlei sein: der Betreiber, also das Unternehmen, mit dem du den Spielvertrag schließt und das dein Guthaben verwaltet; der Spielehersteller, der die Slots programmiert; oder der Plattformanbieter, der die technische Casino-Software stellt. Rechtlich zählt für dich fast nur der Betreiber, denn er braucht die Erlaubnis, er zahlt aus und er haftet.
„Ohne Lizenz“ heißt in Deutschland in der Praxis fast immer „ohne deutsche Erlaubnis“. Völlig unlizenzierte Betreiber gibt es zwar auch, die meisten Firmen, die deutschsprachige Spieler ansprechen, besitzen aber eine Lizenz aus Malta, Estland, Curaçao oder Anjouan. Seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021), in Kraft seit 1. Juli 2021, können Anbieter virtueller Automatenspiele, Online-Poker und Sportwetten eine bundesweite Erlaubnis bei der GGL beantragen. Wer das nicht tut oder die Auflagen nicht erfüllt, bietet in Deutschland unerlaubt an, ganz gleich, wie streng die Aufsicht im Heimatland ist.
Ein häufiger Grund, warum Firmen auf die deutsche Erlaubnis verzichten, sind die Auflagen: 1 € Höchsteinsatz pro Spin bei virtuellen Automatenspielen (seit 1. Juli 2026 mit gestufter GGL-Ausnahme bis 3 € ab 21 Jahren und bis 5 € nach mindestens 90 Tagen unauffälligem Spiel, befristet bis Ende 2027), ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von grundsätzlich 1.000 € im Monat, keine Jackpots, kein Autoplay, eine durchschnittliche Spieldauer von mindestens fünf Sekunden und 5,3 % Steuer auf jeden Einsatz. Diese Regeln schützen Spieler, machen das Produkt für manche Betreiber aber weniger lukrativ.
Die folgenden Marken gehören zu Betreibern mit EU-Lizenz der Malta Gaming Authority. Eine deutsche Erlaubnis hat keiner von ihnen; sie stehen nicht auf der GGL-Whitelist. Wir zeigen sie, weil Lizenzinhaber, Registernummer und Domain öffentlich überprüfbar sind, was bei vielen Offshore-Seiten nicht der Fall ist.
Wer steckt hinter einem Online-Casino?
Hinter einer Casino-Marke stehen meist mehrere Unternehmen mit unterschiedlichen Rollen. Die Tabelle zeigt, wer was tut und wo du die Information findest.
| Rolle | Was die Firma tut | Wo du sie findest | Bedeutung für dich |
|---|---|---|---|
| Betreiber / Lizenzinhaber | Schließt den Vertrag mit dir, hält dein Guthaben, entscheidet über Auszahlungen | Footer, AGB, Lizenzsiegel | Dein Vertragspartner und Anspruchsgegner bei Streit oder Rückforderung |
| Plattformanbieter | Stellt Lobby, Kassensystem, Kontoverwaltung | Selten offen genannt, teils im Lizenzregister als Lieferant | Erklärt, warum viele Marken gleich aussehen und gleiche Regeln haben |
| Spielehersteller | Entwickelt Slots und Live-Spiele (z. B. Play’n GO, Relax Gaming, Evolution) | Spielinfo, Lizenzregister | Mancher Hersteller sperrt seine Spiele für bestimmte Länder |
| Zahlungsdienstleister | Wickelt Ein- und Auszahlungen ab | Kassenbereich, Kontoauszug | Kann wegen GGL-Payment-Blocking die Zusammenarbeit beenden |
| Affiliate-Programm | Vermarktet die Marken über Partnerseiten | Werbelinks, Partnerprogramm-Seite | Kein Vertragspartner für dich; wir sind als Partnerseite Teil dieser Kette |
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Spielehersteller: Wer die Spiele liefert
Die Slots und Live-Tische stammen fast nie vom Casino selbst. Sie kommen von Herstellern und Studios, die ihre Spiele an viele Betreiber gleichzeitig liefern, oft über Plattformen, die Hunderte Titel bündeln (Aggregatoren). Die Malta Gaming Authority führt diese Zulieferer im Register beim jeweiligen Betreiber. Bei Elmst Limited (MGA/B2C/1055/2024) sind unter anderem Evolution, Pragmatic Play (über Arrise), Play’n GO, Playtech, ELK Studios, Relax Gaming und Thunderkick eingetragen, dazu die Aggregatoren HUB88 und Pariplay.
Für dich hat das zwei Folgen. Ein bekannter Hersteller im Spielangebot sagt nichts darüber, ob das Casino eine deutsche Erlaubnis hat, denn große Studios beliefern auch Anbieter auf der Whitelist der GGL. Dort laufen virtuelle Automatenspiele dann mit den deutschen Regeln, also grundsätzlich 1 € pro Spin (seit dem 1. Juli 2026 unter Bedingungen gestuft bis 3 € oder 5 €), durchschnittlich mindestens 5 Sekunden pro Spiel und ohne Autoplay. Und ein Hersteller kann einzelne Spiele für bestimmte Länder sperren, sodass dieselbe Marke je nach Land ein anderes Angebot zeigt. Welche Unterschiede es zwischen den Lizenzländern gibt, erklären wir unter ausländische Casinos.
Wie finde ich die Firma hinter einem Casino heraus?
Seriös betriebene Seiten machen es dir leicht, unseriöse verstecken den Betreiber. Mit diesen Schritten bekommst du in wenigen Minuten Klarheit:
- Footer lesen. Ganz unten auf der Seite stehen in der Regel Firmenname, Registernummer, Adresse und Lizenznummer. Fehlt das komplett, ist das bereits ein Ausschlussgrund.
- AGB öffnen. In den Terms and Conditions steht im ersten Abschnitt, mit welcher Gesellschaft du den Vertrag schließt. Bei Spin Sweet ist das zum Beispiel die Elmst Limited, Registernummer C98783, The Bastions Office No. 2, Floriana, Malta.
- Lizenz im Register prüfen. Für Malta nutzt du das Lizenzregister der MGA (mga.org.mt), für Estland die Liste legaler Glücksspielanbieter der Steuerbehörde EMTA, für Curaçao das Register der Curaçao Gaming Authority (cga.cw). Such nach Firmenname und Domain, denn eine Lizenz deckt nur die Domains, die dort eingetragen sind.
- Firma im Handelsregister suchen. In Malta über das Malta Business Registry (MBR), seit 1. August 2025 nur nach kostenloser Registrierung; in Estland über das e-Business-Register (ariregister.rik.ee). Dort siehst du Status, Sitz und Vertretungsberechtigte.
- GGL-Whitelist abgleichen. Auf gluecksspiel-behoerde.de prüfst du, ob Firma und Domain eine deutsche Erlaubnis haben. Steht die Seite dort nicht, ist das Angebot in Deutschland unerlaubt.
- Drei-Wege-Abgleich. Name und Nummer in den AGB, im Lizenzregister und im Handelsregister müssen übereinstimmen. Weicht etwas ab, etwa eine andere Firma im Siegel als in den AGB, frag beim Support nach oder lass es bleiben.
Ein Praxisbeispiel für Unstimmigkeiten: Auf der Startseite einer der hier geprüften Marken wurde die Frenwall Limited als „in Zypern registriert“ bezeichnet, während Footer, AGB und das estnische Register eine maltesische Gesellschaft (C113111) nennen. Solche Fehler sind meist Altlasten aus Werbetexten, zeigen aber, warum du immer die AGB und das Register als Quelle nimmst und nicht die Werbeseite.
Welche Lizenz hat die Firma und was ist sie in Deutschland wert?
Die Herkunft der Lizenz entscheidet darüber, wer die Firma beaufsichtigt und wohin du dich bei Problemen wenden kannst. In Deutschland ist keine dieser ausländischen Lizenzen eine Erlaubnis.
| Lizenz | Aufsicht | Beschwerdeweg für dich | OASIS / LUGAS | Status in Deutschland |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland (GGL bzw. Land) | GGL, Halle (Saale); Online-Casinospiele wie Roulette: Länder | Anbieter, dann GGL bzw. Landesbehörde | Ja, Pflicht | Erlaubt, steht auf der Whitelist |
| Malta (MGA) | Malta Gaming Authority | Anbieter, dann ADR-Stelle (z. B. eCOGRA); die MGA entscheidet seit 1. April 2019 keine Einzelstreitigkeiten mehr | Nein | Unerlaubt |
| Estland (EMTA) | Estnische Steuer- und Zollbehörde | Anbieter; der estnische Verbraucherstreitausschuss steht nur Einwohnern Estlands offen | Nein | Unerlaubt |
| Curaçao (CGA) | Curaçao Gaming Authority nach dem LOK, in Kraft seit 24.12.2024 | Anbieter, dann eine von sieben CGA-zertifizierten ADR-Stellen; die CGA vermittelt keine Einzelbeschwerden | Nein | Unerlaubt |
| Anjouan | Anjouan Offshore Finance Authority | Über das Siegel der Seite, Anbieter hat 30 Tage, danach vom Betreiber bezahlte ADR | Nein | Unerlaubt |
Ein Unterschied bleibt trotzdem: Eine MGA- oder EMTA-Lizenz verlangt geprüfte Eigentümer, Kapitalnachweise, Spielerschutzwerkzeuge und eine Streitschlichtung. Bei Curaçao-Lizenzen nach altem Recht oder bei Anjouan ist diese Kontrolle deutlich dünner. Mehr dazu auf unseren Seiten zu MGA-Casinos und Curaçao-Casinos.
Was sind Betreibergruppen und White-Label-Plattformen?
Viele Casino-Marken sind keine eigenständigen Unternehmen, sondern Teil einer Gruppe. Ein Lizenzinhaber führt mehrere Marken unter einer Lizenz, oft auf derselben technischen Plattform. Manchmal mietet eine Firma auch eine fertige Plattform samt Lizenz eines anderen Unternehmens; das nennt man White Label. Für dich ist das wichtig, weil Regeln, Limits und Sperren dann nicht pro Marke, sondern pro Betreiber oder Plattform funktionieren.
Ein konkretes Beispiel sind die Marken, die gemeinsam vermarktet werden. Laut unseren Unterlagen laufen sie auf der Plattform der DinoTech Ltd; im MGA-Register ist „Dinotech“ bei der Elmst Limited als zugelassener Lieferant eingetragen. Betrieben werden die Marken von vier Gesellschaften:
| Betreiber | Register | Lizenz | Beispielmarken |
|---|---|---|---|
| Elmst Limited | Malta, C98783 | MGA/B2C/1055/2024 | Spin Sweet, Rich Moose, Slot Mojo, Lucky Fuel, Nitro Win |
| Elvel Limited | Malta, C109723 | MGA/B2C/1072/2024 | Rabbit Reel, Spinara, Slamz, Taste Vegas, Spinju |
| Ludaro Limited | Malta, C112810 | MGA/B2C/1118/2025 | Huzzlin, Quickz, Shockz, Slotspice |
| Frenwall Limited | Malta, C113111 (estnischer Registercode 65720419) | Estland, EMTA HKT000082/HKT000083 | Jackpot Cow, Slot Wish, Djack, Mad Rush |
Was daraus folgt: Die Marken teilen sich weitgehend die Auszahlungsregeln (5.000 € pro 24 Stunden, 20.000 € pro 30 Tage) und die Struktur der Bonusbedingungen. Eine Selbstsperre gilt laut AGB aber nur für die jeweilige Seite. Wer sich bei Spin Sweet sperrt, kann sich bei Rich Moose neu anmelden, wenn er nicht ausdrücklich die Sperre auf Schwesterseiten verlangt. Genau hier fehlt der Schutz, den OASIS bei deutschen Anbietern bietet.
Zur selben Gruppe gehört auch die Hundise-Gesellschaft mit Lizenz aus Anjouan. Ihre Marken schließen Deutschland in den AGB ausdrücklich aus. Solche Marken findest du bei uns deshalb nicht: Wenn eine Firma Deutschland selbst sperrt, ist jede Anmeldung von hier ein Vertragsverstoß, der Auszahlungen gefährdet.
Machen sich die Firmen strafbar und was gilt für Spieler?
Das Strafgesetzbuch trennt klar zwischen Anbieter und Teilnehmer. Die Strafrahmen im Überblick:
| Norm | Wer | Was | Strafrahmen |
|---|---|---|---|
| § 284 Abs. 1 StGB | Betreiber | Öffentliches Glücksspiel ohne behördliche Erlaubnis veranstalten oder Einrichtungen bereitstellen | Freiheitsstrafe bis 2 Jahre oder Geldstrafe |
| § 284 Abs. 3 StGB | Betreiber | Gewerbsmäßig oder als Bande | 3 Monate bis 5 Jahre |
| § 284 Abs. 4 StGB | Werbende | Werbung für unerlaubtes öffentliches Glücksspiel | Freiheitsstrafe bis 1 Jahr oder Geldstrafe |
| § 285 StGB | Spieler | Beteiligung an unerlaubtem öffentlichem Glücksspiel | Freiheitsstrafe bis 6 Monate oder Geldstrafe bis 180 Tagessätze |
In der Praxis richten sich Ermittlungen fast immer gegen Betreiber und Zahlungsabwickler. Verfahren gegen einzelne Spieler sind selten, die Norm gilt aber, und ein Risiko lässt sich nicht wegdiskutieren. Seiten, die „kein Risiko“ oder „völlig legal“ versprechen, sagen schlicht die Unwahrheit.
Zivilrechtlich ist die Lage für Spieler oft günstiger als strafrechtlich. Deutsche Gerichte sprechen Spielern auf Grundlage der §§ 134 und 812 BGB grundsätzlich die Rückforderung von Verlusten bei Anbietern ohne deutsche Erlaubnis zu; es kommt aber auf den Einzelfall an, und Verjährung spielt eine Rolle. Der Europäische Gerichtshof hat am 16. April 2026 (C-440/23) bestätigt, dass Deutschland Online-Casinospiele an eine eigene Erlaubnis knüpfen darf und eine Malta-Lizenz diese nicht ersetzt; ob ein Vertrag nichtig ist, richtet sich nach nationalem Recht. Malta wiederum erlaubt seinen Gerichten seit 2023 (Art. 56A Gaming Act, sogenannte Bill 55), die Vollstreckung ausländischer Urteile gegen MGA-Lizenznehmer abzulehnen. Laut Berichten hat die EU-Kommission dazu im Juni 2025 ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. Ein deutsches Urteil heißt also noch nicht, dass Geld fließt.
Wie geht die GGL gegen Firmen ohne Erlaubnis vor?
Die GGL mit Sitz in Halle (Saale) ist seit 1. Juli 2022 für die Bekämpfung von illegalem Glücksspiel zuständig und seit 1. Januar 2023 voll für Erlaubnisse und Aufsicht. Ihre Werkzeuge sind Untersagungsverfügungen, Netzsperren über Internetanbieter und das sogenannte Payment-Blocking, bei dem Zahlungsdienstleister die Zusammenarbeit mit einem Anbieter beenden müssen.
Die Zahlen aus der GGL-Bilanz vom 22. September 2026:
- 1.843 illegale Websites waren 2025 aus Deutschland nicht mehr erreichbar.
- 178 Websites wurden 2025 von Zahlungswegen abgeschnitten.
- 254 illegale Anbieter hatten sich bis Ende 2025 vom deutschen Markt zurückgezogen.
- Die Kanalisierungsquote, also der Anteil des Spiels bei erlaubten Anbietern, lag laut GGL bei 77 %.
Für dich bedeutet das: Eine Seite, die heute erreichbar ist, kann morgen gesperrt sein, und eine Zahlungsmethode, die heute funktioniert, kann für diesen Anbieter wegfallen. Guthaben auf einem gesperrten Konto bleibt dann zwar beim Betreiber, der Zugriff kann aber mühsam werden.
Spielefirmen nach Spielform: Was ist überhaupt erlaubnisfähig?
Nicht jede Spielform lässt sich in Deutschland gleich lizenzieren. Das erklärt, warum manche Firmen gar keine deutsche Erlaubnis bekommen könnten, selbst wenn sie wollten.
| Spielform | Erlaubnis in Deutschland | Zuständig | Mehr dazu |
|---|---|---|---|
| Virtuelle Automatenspiele (Slots) | Bundesweit erlaubnisfähig | GGL | Casinos ohne Limit |
| Online-Poker | Bundesweit erlaubnisfähig | GGL | Poker ohne Lizenz |
| Sportwetten | Bundesweit erlaubnisfähig, live nur Endergebnis- und Ereigniswetten wie nächstes Tor | GGL | Sportwetten ohne deutsche Lizenz |
| Online-Roulette, Blackjack, Live-Casino | Ländersache (Monopol oder Konzession), z. B. Bayern staatlich, Schleswig-Holstein mit Konzessionen | Länder | Ausländische Casinos |
| Lotterien, Lottowetten | Lotterien staatlich bzw. erlaubte Vermittler; Wetten auf Lottoziehungen nicht erlaubnisfähig | Länder, GGL | Lotto ohne Lizenz |
Was das für dich praktisch heißt
Wenn du trotz der Rechtslage bei einer Firma ohne deutsche Erlaubnis spielen willst, prüfe vorher diese Punkte:
- Firmenname, Registernummer und Lizenznummer stehen in Footer und AGB und stimmen mit dem Lizenzregister überein.
- Die Domain, auf der du spielst, ist im Lizenzregister eingetragen und nicht nur der Firmenname.
- Deutschland steht nicht auf der Liste der ausgeschlossenen Länder in den AGB.
- Auszahlungslimits, Bearbeitungszeit und Gebühren sind schriftlich festgelegt. Bei den Marken oben: 5.000 € pro 24 Stunden, 20.000 € pro 30 Tage, Bearbeitung binnen 72 Stunden nach abgeschlossener Verifizierung.
- Du kennst den Beschwerdeweg (bei MGA-Marken eCOGRA) und speicherst Chatverläufe und E-Mails.
- Du setzt vor der ersten Einzahlung ein eigenes Einzahlungslimit, weil das deutsche 1.000-€-Monatslimit aus LUGAS hier nicht greift.
- Du spielst nur mit Geld, dessen Verlust du verkraftest, und weißt, dass weder OASIS noch die deutsche Aufsicht dir helfen.
Wie wir Anbieter einordnen, erklären wir unter Wie wir bewerten. Einen Überblick über alle Angebotsformen findest du auf unserer Startseite.
Rechtlicher Hinweis
Keine der hier genannten Firmen hat eine deutsche Erlaubnis; ihre Angebote stehen nicht auf der GGL-Whitelist und sind in Deutschland unerlaubt. Die Teilnahme kann nach § 285 StGB strafbar sein (Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen). Verfolgt werden einzelne Spieler selten, ein Risiko besteht dennoch. Es gibt kein OASIS, kein LUGAS-Limit und keinen Weg zur deutschen Aufsicht. Netz- und Zahlungssperren sind jederzeit möglich. Gewinne privater Spieler sind in Deutschland in der Regel einkommensteuerfrei, außer bei gewerblichem Spiel; Zinsen auf angelegte Gewinne sind steuerpflichtig.
Hilfe, wenn das Spielen kippt
Glücksspiel kann süchtig machen. Die Telefonberatung zur Glücksspielsucht des BIÖG (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, bis Februar 2025 BZgA) erreichst du kostenfrei unter 0800 1 37 27 00, Montag bis Donnerstag 10 bis 22 Uhr, Freitag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr. Anonyme Selbsttests und ein Online-Programm findest du auf check-dein-spiel.de.
Bei Anbietern ohne deutsche Erlaubnis greift die OASIS-Sperre nicht. Setze deshalb selbst Grenzen: Einzahlungs- und Sitzungslimits im Kundenkonto, eine Pause oder Selbstsperre beim Casino und eine Sperrsoftware wie Gamban oder BetBlocker auf allen Geräten. Wichtig: Die Selbstsperre bei den hier genannten Marken gilt laut deren AGB nur für die jeweilige Seite, Schwesterseiten musst du gesondert sperren lassen. Mehr dazu auf unserer Seite Verantwortungsvolles Spielen.
Häufige Fragen zu Spielefirmen ohne Lizenz
Was ist eine Spielefirma ohne Lizenz?
Gemeint ist meist ein Glücksspielunternehmen ohne deutsche Erlaubnis. Viele dieser Firmen besitzen eine ausländische Lizenz, etwa aus Malta oder Estland, stehen aber nicht auf der Whitelist der GGL. Ihr Angebot gilt in Deutschland deshalb als unerlaubt, auch wenn die Firma im Heimatland reguliert ist.
Wie finde ich heraus, welche Firma hinter einem Casino steht?
Schau in den Footer und in die AGB (Terms and Conditions). Dort müssen Firmenname, Registernummer, Sitz und Lizenznummer stehen. Prüfe danach die Lizenz im Register der Aufsichtsbehörde und die Firma im Handelsregister des Sitzlandes. Stimmen Name, Nummer und Domain überall überein, weißt du, mit wem du einen Vertrag schließt.
Ist eine Malta-Lizenz in Deutschland gültig?
Nein. Der EuGH hat am 16. April 2026 (C-440/23) entschieden, dass Mitgliedstaaten Online-Casinospiele an eine eigene Erlaubnis knüpfen dürfen. Eine Lizenz der Malta Gaming Authority ersetzt die deutsche Erlaubnis nicht. Sie sagt aber etwas über Aufsicht, Kapitalanforderungen und Beschwerdewege beim Anbieter aus.
Mache ich mich strafbar, wenn ich bei einer Firma ohne deutsche Lizenz spiele?
Möglich ist es. § 285 StGB bedroht die Beteiligung an unerlaubtem öffentlichem Glücksspiel mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen. Verfahren gegen einzelne Spieler sind selten, das Risiko besteht trotzdem. Für den Betreiber gilt der strengere § 284 StGB.
Warum betreiben manche Firmen viele Casinos gleichzeitig?
Eine Lizenz kann mehrere Marken abdecken. Die maltesische Elmst Limited etwa führt unter MGA/B2C/1055/2024 laut MGA-Register zehn Domains. Für dich heißt das: gleiche Regeln, gleiche Auszahlungslimits und meist eine Selbstsperre, die nur für eine einzelne Marke gilt.
Was macht die GGL gegen Firmen ohne Erlaubnis?
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder untersagt Angebote, lässt Websites sperren und schneidet Zahlungswege ab. Laut GGL waren 2025 1.843 illegale Websites aus Deutschland nicht mehr erreichbar, 178 Websites wurden per Payment-Blocking von Zahlungswegen getrennt und 254 Anbieter zogen sich bis Ende 2025 zurück.
Quellen
Abgerufen und geprüft am 9. Oktober 2026.
- GGL: Übersicht erlaubter Anbieter (Whitelist) gluecksspiel-behoerde.de
- GGL: Fünf Jahre GGL, Bilanz vom 22.09.2026 gluecksspiel-behoerde.de
- § 284 StGB gesetze-im-internet.de
- § 285 StGB gesetze-im-internet.de
- EuGH: Rechtssache C-440/23 (Urteil vom 16.04.2026) curia.europa.eu
- MGA Licensee Register: Elmst Limited authorisation.mga.org.mt
- MGA Licensee Register: Ludaro Limited authorisation.mga.org.mt
- EMTA: Liste legaler Glücksspielanbieter emta.ee
- Malta Business Registry: Zugang zu Basisinformationen ab 01.08.2025 mbr.mt
- CGA (Curaçao Gaming Authority) cga.cw
- BIÖG: Telefonberatung Glücksspielsucht bioeg.de
- Spin Sweet AGB spinsweet.com
- Spin Sweet Bonusbedingungen spinsweet.com
- Huzzlin AGB huzzlin.com
- Quickz Bonusbedingungen quickz.com
- Rich Moose AGB richmoose.com
- Slot Mojo AGB slotmojo.com
- GGL: Die Spielerschutzmaßnahmen des GlüStV 2021 im Überblick gluecksspiel-behoerde.de
- GGL: Über die GGL gluecksspiel-behoerde.de
Über die Redaktion
Redaktion Glücksspiel ohne Lizenz
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